Suzi und die Liste Rüssel

August 15, 2008 um 12:21 am | Veröffentlicht in Diskussion | Hinterlasse einen Kommentar

Bezugnehmend auf die Aussage eines Zeugen der Schießerei von Rüsselsheim, die Stadt sei „wie Texas“, kommentierte „Suzi“ auf WELT ONLINE wie folgt:

13.08.2008, 14:00 Uhr
Rüsselsheim ist nicht wie Texas , Rüsselsheim ist wie Bagdad. Ich lebe in dieser Stadt, in der Innenstadt war ich schon seit fünf Jahren nicht mehr . Als Deutsche hat man da nichts zu suchen, alles voller Türken, Araber, Pakistanis, Schwarzafrikaner, Tamilen. Die Stadt istvöllig heruntergekommen, mitten drin steht eine Ruine die früher mal ein Karstadt war, ansonsten nur Dönerbuden, 99 cent shops, einen C& A gibt es noch , der die Waren verramscht, die in Frankfurt und Mainz übriggeblieben sind.
Die Stadt ist ein Dreckloch, niemand, der sie kennt, wundert sich, daß jetzt in der Fußgängerzone rumgeballert wird. Freitag beginnt die Kirmes, wer da hingeht, muss lebensmüde sein. Regiert wird die Stadt vvon der SPD, den Grünen und einer linken Wählergemeinschaft namens Liste Rüssel, die Multi Kulti super findet und sich ansonsten darauf beschränkt eine kommunistische Bauwagensiedlung zu schützen, die seit nun mehr 22 Jahren am Mainufer geduldet wird.
Ich schäme mich in dieser Stadt geboren zu sein und hier zu leben. Wenn ich mit dem Studium fertig bin, ziehe ich hier weg. Am besten weit weg, raus aus dem Rhein Main Gebiet. Vielleicht nach Oberbayern oder nach Sachsen, irgendwo hin, wo man als Deutsche noch in Fieden leben kann ohne die ganze Kluturbereicherungskriminallität.

Der Beitrag wurde nach wenigen Minuten entfernt. Andere Teilnehmer (verschiedene, so auch ein uns bekannter) zitierten ihn mehrmals und stellten die Frage, was an dieser Reportage – nichts anderes ist der Kommentar – zensurwürdig sei. Er ist immer wieder entfernt worden, sicherlich über zehn Mal.

Aus unserer Sicht gibt es nur einen Satz, der dafür Auslöser gewesen sein könnte:
Als Deutsche hat man da [in der Innenstadt] nichts zu suchen, alles voller Türken, Araber, Pakistanis, Schwarzafrikaner, Tamilen. „

Nun hat in Rüsselsheim eine Ausländerquote von 22%, fast jeder zweite Einwohner (ca. 40%) hat „Migrationshintergrund“. In bestimmten Stadtteilen fällt dies mehr, in anderen weniger ins Gewicht.

Was „Suzi“ indes ausdrückt: Sie fühlt sich in ihrer Stadt aufgrund der Überzahl der Einwanderer und einer hohen Kriminalität nicht mehr sicher – und nicht zuhause. Sie sagt es deutlich und zeigt einen hohen Frustrationslevel, aber sie beleidigt niemanden. Die Aufzählung Türken, Araber, Pakistanis, Schwarzafrikaner, und Tamilen zumindest kann nicht diskriminierend sein.

Sonst müsste ein Reiseveranstalter folgenden Kommentar auch löschen: „Am Pool waren hauptsächlich Engländer, Russen und Italiener. Abends an der Bar war es lustiger, dort waren wenigstens ein paar Deutsche, mit denen wir ein bisschen Scheiss machen konnten :-)“

Wer „Türken“, „Tamilen“ oder „Schwarzafrikaner“ als Schimpfworte einstuft, sollte wirklich meditieren, wie er zu diesen Vorurteilen gekommen ist. Das Problem der Kommentatorin, die damit die Konstellation ihrer Innenstadt beschreibt, darf das hingegen nicht sein. Sie berichtet lediglich frustriert von persönlichen Erfahrungen und Eindrücken und ist hierbei vom Gesetz gedeckt – es ist ihre ganz persönliche Meinung.

(Oder sollte es gar am „Dreckloch Rüsselsheim“ gelegen haben? Unter uns: Da hat sie Recht.)

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